01.12.05, 19:42:32
Charly
Ihr legt euch ja gewaltig ins Zeug. Dann will ich nicht bremsen.
11.12.05, 21:05:27
Tommy Gärtner
Interessant, wie die Ich-Figur Cramer die Psychodynamik in Fraikins Haushalt durchschaut. Allerdings, so scheint mir, erreicht der Röntgenblick, der Blick unter die Dinge, der die frei flottierende Selbstinszenierungsgelüste Fraikins freilegt, sowie auch die Motive von Sara und dem bekannten Ehepaar, nie das Niveau einer Kritik, kann sie auch nicht erreichen. Die Show der kleinen und größeren Verweigerungsgesten (Cramer kommt nicht zum Mittagessen, fragt nicht da nach, wo Fraikin es erwartet, verspätet sich demonstrativ usw.)dient eigentlich nur dem Auskosten der eigenen Machtspielchen, denn er ist ja der Biograph und in der Vorhand, sein Gegenüber von seiner Schreibe abhängig; also soll die Situation im Sinne des Eigengenusses auch ausgekostet werden.
:D
Die letzte Passage vor dem dritten Kapitel ist originell. Dachte erst an einen gravierenden Perspektivfehler und eine Todsünde des Autors - aber siehe da: "So
könnte es gewesen sein."
Hübscher Einfall.