Winterliches

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25.01.07, 21:47:36

Dove

Ich eröffne den Winterordner und hoffe, ihr beteiligt Euch daran.
25.01.07, 21:50:17

Dove

Dieser Winter hatte es in sich. Erst ließ er sich betteln, daß er überhaupt kommt und dann schickte er uns als Vorboten Stürme.

Der letzte, Cyrill, hinterließ eine Spur der Verwüstung.

In Nachbars Garten riß er aus einem alten Baum riesige, starke Äste.



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25.01.07, 21:52:43

Dove

Endlich

Schneeflöckchen, Weißröckchen

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25.01.07, 21:55:54

Dove

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25.01.07, 21:58:00

Dove

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25.01.07, 21:59:10

Dove

...

Schneeflöckchens Reise

Müde vom Schneeschippen sitze ich im Sessel.

Schnee, eine weiße Masse, die die Erde wie Puderzucker überzieht und Kinderherzen in Freude versetzt. Er entsteht, wenn sich in den Wolken feinste Wassertröpfchen bilden und gefrieren. Die dabei entstehenden Eiskristalle sind nicht sehr groß, fallen nach unten und wachsen durch die Luftfeuchtigkeit weiter und erhalten somit ihre Form. Schneeflocken, entstehen jedoch erst bei einer Lufttemperatur um den Gefrierpunkt. Die Eiskristalle verbinden sich durch Wassertropfen und werden dann zu Schneeflocken. Die einzelnen Flöckchen haben unterschiedlichste Formen, sechs-, achteckig, sternchenförmig oder kompakt wie ein Knopf.

Am liebsten sind mir die Sternchen. Als Kinder haben wir diese spielerisch mit der Zunge aufgefangen. Wollten spüren, wie sie sich anfühlen, wissen wie sie schmecken und das Kitzeln auf der Zunge spüren, wenn sich Schnee in Wasser verwandelt.

Heute ist wieder so ein Kinder-Winter-Wunder-Tag gewesen. Schon den ganzen Tag hat es aus einem blauen Himmel geschneit und die Sonne hat alles zum Leuchten, Strahlen und Glänzen gebracht. Herrliche, zauberhafte Winterzeit.

Nun bin ich müde und will nur noch eines: Ruhe und Wärme. Draußen wirft langsam die Nacht ihren Mantel aus, der Mond schickt sich an die Sonne abzulösen, der Wind singt leise sein Nachtlied und ich beginne zu träumen.

Überraschend, ohne jede Vorwarnung, komme ich in Schieflage und beginne zu fliegen. Erst schwer und langsam, doch dann werde ich leichter und leichter, verliere meine eigene Schwerkraft und schwebe duftig und weich wie eine Feder. Nichts ist mehr übrig von meinem Körper, meiner Schwerkraft. Nur noch Gedanken wirbeln mit mir durch die Luft. Ich glaube, fühle, ich habe mich aufgelöst, verwandelt. Aus mir ist ein Schneeflöckchen geworden.

Der Wind drückt mich unsanft nach unten, fängt mich wieder auf um nach oben zu werfen und dies immer wieder, bis ich mich seinem Rhythmus hingebe und meine Metamorphose begreife, annehme und nur noch neugierig genieße.

Liebevoll auf seinen Händen tragend, schiebt der Wind mich vor sich her. Eine seiner großen Hände liegt unter meinem Bauch. Links und rechts kitzelt er sanft meine Seiten und bläst leicht über meinen Rücken, es ist wie ein Streicheln, als sei er mein Geliebter. Ich empfinde etwas wie Hingabe, Lust und Liebe. Nicht fordernd, nicht drängend, nur Liebkosung - schön und erfüllend. Als ob er meinen sehnlichsten Wunsch kennen würde, trägt er mich von einem Fenster zum anderen und ich darf hineinsehen, so, wie ich es mir immer gewünscht hatte, wenn ich an hell erleuchteten Fenstern vorbeiging.

In einem erkenne ich eine Mutter, die sanft ihr Kind auf dem Arm schaukelt und mit ihm schmust. Sie blickt müde aber glücklich und singt ihm ein Schlafliedchen, denn ihr Mund bewegt sich liebevoll.

Im nächsten sitzt ein schlummerndes altes Mütterchen vor einem eingeschalteten Fernsehgerät, die Fernbedienung liegt auf dem Boden. Die Brille ist auf die Nasenspitze gerutscht und ihre Arme hängen schlaff nach unten. Ganz entspannt wirkt ihr schlafendes, runzeliges Gesicht.

Aber im dritten: Oh, was treiben, denn diese beiden im Bett? Nein, nur schnell weiter, so indiskret und neugierig bin ich denn nun wirklich nicht.

Langsam schaukeln wir weiter durch den Ort. Rechts erscheint das rote Licht der Kirchturmspitze und für einen winzigen Augenblick, glaube ich, daß der Wetterhahn mich grüßt.

Auf dem Parkplatz haben sich Jugendliche versammelt, sie lachen, schreien wild durcheinander, rauchen, trinken und ein Autoradio dröhnt laut durch die Nacht.

Höher und weiter trägt mich mein Begleiter. Wir überqueren den Wald und befinden uns auf dem „Flughafenbergle“, von den Bewohnern liebevoll „Airporthügel“ genannt. Viele weiße, grüne und rote Bodenlampen winken mir zu. Drüben kreist das Licht es Towers und will mich mit seinem langen Finger greifen.
Mit meinen Freunden und Freundinnen beginne ich einen wilden Tanz. Verrückt wirbeln wir durcheinander, der Wind, mein Gönner, hebt den Taktstock immer und immer wieder und die Bäume spielen mit ihren Nadeln und dürren Blättern eine geheimnisvolle Melodie.

Mein Kamerad trägt mich weiter durch den Wald. Unter mir sehe ich plötzlich leuchtende Augen, es werden immer mehr. Es sind Füchse, die sich still durch die Nacht schleichen. Ängstliche Nachtvögel piepsen leise, warnen ihre Verwandten. Eine Maus huscht schnell von einer Wegseite auf die andere.

Und schon geht es weiter. Keine Zeit zum Verweilen. Zurück in den Ort. Beinahe wäre ich gegen einen Laternenmast geschwebt. Unter der einsamen Laterne sehe ich noch mehr Flocken und erkenne erst jetzt unsere ganze Schönheit, unser filigranes Aussehen, unsere Reinheit.

Irgendwann in dieser wundervollen Nacht bemerke ich, daß mein Reiseführer an Kraft verliert. Er wird langsamer und ruhiger. Sanft bläst er mir in den Nacken und haucht mir ein leises, zärtliches Adieu zu; ein wohliger Schauer durchfährt mich. Federartig lande ich auf dem Boden. Nun habe ich es geschafft. Ich bleibe liegen. Bin eins mit meinem geliebten weißen Schnee.

Ich liebe den Schnee. Er bedeckt mit seiner Reinheit die Erde, gibt ihr einen Hauch von Frieden ? aber auch Vergänglichkeit. Ich weiß nicht, wie lange ich hier in meiner vollen Schönheit ausruhen werde, wann mich der erste Fuß oder das erste Auto zerdrücken wird. Ich weiß nur, es ist schön hier so friedlich zu liegen, unter den Sternen wie ein Diamant zu funkeln.

Irgendwann werde ich den Weg alles Irdischen gehen, werde mich loslösen und im Nichts verschwinden, um vielleicht eines Tages als Wassertröpfchen oder Schneeflocke wiederzukommen.



25.01.07, 22:53:37

Mia

:) Danke.
Das gibt mal ein richtig gutes Bild ab so insgesamt. Fein.
Hast den Bogen mit der Kamera nun heraus denke ich auch.
Mächtig die Tannen.

Gruss an die Schneeflocke;)
25.01.07, 23:24:49

Dove

danke Mia. Freut mich, daß es Dir gefällt.

LG
Dove
26.01.07, 10:18:54

Anton

Winter ringsumher

O Winter ringsumher! Das Schweigen eisig,
Die Stille weiß und fern ein Krähenschrei.
Vielleicht ein Atmen unterm Haufen Reisig,
Vielleicht der Tod. Des Reifes Zauberei

Aus Sterngebilden. Winzige Paläste
Aus Tränentau. Des Seins verbanntes Sein.
Ein Herzgepoch in einem alten Neste.
Die Haselmaus? Sieh diesen alten Stein,

Wie er sich duckt, und doch guckt er gelassen
Des Frostes Messerschärfen zu. Dort fassen
Sich ein paar welke Halme bei der Hand.

Umschlungen wollen sie die Nacht bestehen.
Ein Bussard schaut auf seine kalten Zehen
Und dann voll Wehmut weit ins kalte Land.

Anton
28.01.07, 21:52:20

Dove

Schneesturm am 26. Januar

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28.01.07, 22:22:09

Mia

igitt, sieht ja schauderhaft aus bei euch.
hier ist alles weg was es an Schnee gab.
Lediglich den Sturm haben wir und ich höre das Rauschen in meiner Birke, oder ist es der Wind, der um Eck pfeift?

Alles trocken geweht hier.
28.01.07, 23:02:25

Dove


schauderhaft sieht es heute aus. Es stürmt. Bei Plusgraden hat sich das schöne Weiß in eine braune Masse verwandelt und die Straßen schwimmen teilweise. Ich hoffe nur, daß alles wegtrocknet bevor wieder ein Temperatursturz erfolgt und die Fahrbahnen sich in spiegelglatte Flächen verwandeln.

29.01.07, 08:20:21

andrea

nun ist auch bei uns der winter eingekehrt!
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29.01.07, 08:32:06

Dove

sehr zart, sehr schön!

So, wie ich den Winter seit Kindertagen kenne und mag.

Leider ist bei uns nicht mehr viel übrig von dieser Schönheit.
29.01.07, 09:42:13

andrea

leider: wie üblich ist auch dieses foto hier ziemlich "verzittert" - bei mir sind die binsen (ads grün, das zu sehen ist, sind binsen) nicht so wackelig!

der winter hat uns im waldviertel fest im griff - hier in wien regnet es (gerade). und der neueste strurm (olli) stürmt dazu. nicht schön!

grüße
andrea (seit drei wochen nichtraucherin!!!)
26.02.10, 20:47:06

Mia

der winter stand dem diesigen winter 2010 auch in nix nach.
 
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